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Dreiakter2015/2016

Harsdorfer glänzen mit "Hüttenzauber"


Autor: Werner Reißaus

Harsdorf, Sonntag, 13. Dezember 2015

Die Theatergruppe Harsdorf feierte eine tolle Premiere. Sie glänzte mit dem Volksstück "Hüttenzauber".


Es ist schon bewundernswert, was die Akteure der Theatergruppe Harsdorf Jahr für Jahr auf die Bühne zaubern - bei der Premiere 2015 am Samstagabend glänzten sie mit dem Volksstück "Hüttenzauber".
Die Besucher spürten von der ersten Minute an, dass die Akteure um Heike Schoberth-Wesser und Ramona Hofmann mit Herzblut bei der Sache sind. Die Theatergruppe ist ein zusammengewachsenes Team, das einfach Lust auf das Schauspiel hat hat. Jeder Laienspieler fand sich in der für ihn ausgewählten Charakterrolle zurecht.
Mit "Hüttenzauber" hat sich die Harsdorfer Theatergruppe, die heuer in die 33. Saison geht, freilich wieder eines von jenen Volksstücken ausgesucht, bei dem der Klamauk die Szenerie bestimmt - Klamauk, der aber mit Hingabe gespielt wurde und so manchem Besucher vor herzhaftem Lachen förmlich das Wasser in die Augen trieb.


Der Hypochonder

Bindlachs Bürgermeister Gerald Kolb wurde gleich in eine der ersten Spielszenen mit eingebunden, als das Ehepaar Siegfried und Hanne Groß (Andreas Heußinger und Heidi Dörfler) nach der Jagdhütte im "Laitscher Wald" fragte: "Ich bi net vo do, ober ich glaab, die es do driehm!" Zu Beginn verstrickten sich die Eheleute in einem köstlichen Dialog. Andreas Heußinger verkörperte den Typ Hypochonder, der als neurotischer Ehemann seine Frau mit seiner Putz- und Medikamentensucht fast in den Wahnsinn trieb, Heidi Dörfler die Ehefrau, die mit der Silvesterfeier auf einer einsamen Jagdhütte der festgefahrenen Beziehung einfach wieder etwas Leben einhauchen wollte. Was dem Gatten schon vom Grundsatz her nicht gefiel: "Silvester auf einer Jagdhütte feiern - und einer von uns beiden geht auf die Jagd?"


Alles andere als Romantik

Die beiden waren die ideale Besetzung für das so gegensätzliche Ehepaar. Der Romantikerin stand einem Mann gegenüber, der sich nur um seine Gesundheit und jedes Staubkorn in der Hütte kümmerte. Von den Tabletten bis hin zu Globolis hatte Siegfried nahezu die komplette Hausapotheke dabei. Und es wurde schnell deutlich, dass mit dem Hypochonder keine Romantik aufkommen kann. "So eine Situation auf einer Jagdhütte hat was Besonderes: Zurückbesinnung auf alte Werte!", sagte er.

So sehr sich die Ehefrau auch ins Zeug legte - was in der einsamen Hütte ablief, setzte ihren Nerven ganz schön zu, denn mit der unerwarteten Ankunft ihres Bruders Michl (Stephan Hereth) begann das Chaos erst richtig. Es kreuzten immer mehr ungebetene Gäste auf. So auch der Chef Michls (Klaus Fischer), der mit seiner Sekretärin (Franziska Zapf) kam, sowie ein junge Ehepaar (Dirk Wesser und Heike Schoberth-Wesser), das die Flitterwochen verbringen wollte.

Das Geschehen geriet vollends aus dem Ruder, als Revierförster Matthias (Stefan Albrecht) auf seinem Hochsitz Augenzeuge eines vermeintlichen Einbruchs in der Jagdhütte wurde. Es kam zu einer ganzen Reihe von Schwindeleien, Versteckspielen, Vertuschungs- und anderen Störmanövern, bis zu allem Überfluss auch noch die Ehefrau von Firmenchefs Rolf Kaiser, Elvira Kaiser (Ramona Hofmann), auftauchte. Sie machte sofort deutlich, wer der "Herr" im Haus ist. Klaus Fischer glänzte in der Rolle des Chefs, der alles andere wollte, als mit der Sekretärin ein Angebot zu erstellen. Pech hatte er, als ihn bei seinen Annäherungen ein Hexenschuss ereilte.


Eine tolle Inszenierung

Es war eine tolle Inszenierung von Andi Heußinger und Heidi Dörfler. Barbara Gewinner und Katrin Denke waren für die Maske zuständig, Michaela Dörfler war Souffleuse, Thomas Hirschmann, Tobias und Klaus Gewinner sorgten für Video und Spezialeffekte.




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