Artikel im NK vom 10.12.2009
„Opa wird 70“, mit diesem Volksstück werden die Laienspieler des TSV Harsdorf am kommenden Samstag, 12. Dezember, um 20 Uhr die Theatersaison eröffnen. Wenn nicht alles täuscht, wird es ein turbulentes Stück mit vielen Höhepunkten und voller Verwechslungen, in dem natürlich der Opa im Mittelpunkt steht.
Die Verantwortlichen der Laienspielgruppe um Heike Schoberth-Wesser und Ramona Hofmann haben nicht lange suchen müssen, bis sie „ihren“ Opa für das Volksstück gefunden hatten. Es war klar: Dafür kam nur einer in Frage, nämlich Klaus Fischer, der „dienstälteste“ Darsteller, der schon in unzähligen Charakterrollen die Besucher begeisterte. Es dreht sich alles um die Geburtstagsfeier von Opa Otto und es kommt sogar zu einer Nottrauung, bei der auch mit Goran Zola ein Russe beteiligt ist.
Sie sind schon eine verschworene Gemeinschaft, die Akteure der Laienspielgruppe des TSV Harsdorf. Sie unternehmen sehr viel gemeinsam und wenn die Proben angesetzt sind, dann steht einer schon vor der Zeit in den Startlöchern: Klaus Fischer. Dass ausgerechnet er den Opa spielt, begründet er ganz einfach damit: „Vom Alter her ergibt sich das halt.“ Klaus Fischer gehörte über 20 Jahre quasi zum Inventar der Harsdorfer Laienbühne, doch nachdem einige ältere Darsteller aufhörten, zog sich auch er zurück.
Dann kam aber vor drei Jahren plötzlich wieder der Ruf nach ihm, als kurzfristig zwei Akteure ausfielen und plötzlich fand Klaus Fischer wieder Gefallen am Theater: „Ja, Spaß macht das Theaterspielen immer und ich habe ihnen halt aus dieser Not heraus geholfen.“ Klaus Fischer hat alle Facetten eines guten Charakterdarstellers drauf und er genießt natürlich auch den Erfolg. Dabei verrät er in diesem Zusammenhang ein kleines Geheimnis: „Ich freue mich natürlich, wenn ich die Besucher zum Lachen bringen kann, aber wenn ich ganz ehrlich bin, sehe ich das Publikum beim Spielen überhaupt nicht. Das würde mich ablenken, wenn ich da jemanden sehen würde. Erst wenn das Ende da ist, schaue ich in den Saal.“ Seit Ende September wird wöchentlich einmal geprobt, die letzten Wochen allerdings auch zweimal. Klaus Fischer: „Wenn ich das Rollenheft bekomme, mache ich mich sofort über den Text. Ich lerne jeden Satz auswendig und der wird solange durchgehämmert, bis er sitzt.“ Und wenn die Proben beginnen, ist Klaus Fischer einer der Ersten, die ihren Text bereits verinnerlicht haben. Er räumt allerdings ein: „Wenn man dann auf der Bühne steht, dann kommen schon wieder Schwachpunkte.“
Die Oma zum Opa spielt Heike Schoberth-Wesser: „Der Opa spielt die tragende Rolle in dem Stück und ich bin eher das schmückende Beiwerk. Ich bin nur diejenige, die im Nachhinein so alles erfährt und von Mal zu Mal erschütterter ist über das, was sie da erfährt. Es ist mit Sicherheit eine Paraderolle für unseren Klaus Fischer. Und wir hatten auch festgelegt, wenn wir das Stück spielen, dann nur, wenn er den Opa spielt. Er lebt halt jede Rolle aus.“
Eine dankbare Rolle hat in dem Stück wiederum Bettina Bauer, einfach ein „Unikum“ auf der Bühne: „Ich sollte wieder die Oma spielen, aber das Publikum will mich ja auch mal anders sehen. Ich übernehme in dem Stück den Russen und mache den etwas zu Recht, aber nicht nach seinem Geschmack.“ Bettina Bauer lernt ihre Rolle gemeinsam mit ihrem Patenkind. Ramona Hofmann spielt eine Bardame, doch Probleme mit der eher etwas anzüglichen Rolle hat sie nicht: „Ich hatte ja schon im letzten Jahr ein ähnliche Rolle gespielt. Das ist völlig normal und im Theater kann man alles machen. Man schlüpft halt einfach in diese Rolle.“
Von Werner Reißaus / Nordbayerischer Kurier vom 10.10.2009
Montag, den 04. Januar 2010 um 12:04 Uhr
Geschrieben von: Tobias Gewinner