
Zwei Punkte trennen die Harsdorfer derzeit vom zweiten Platz, dabei haben sie sogar noch ein Nachholspiel gegen den Letzten aus Marktschorgast ausstehen. Nach nur zwei Niederlagen aus den ersten zwölf Spielen „können wir mehr als zufrieden sein“, sagt Trainer Bastian Knop, zuvor in Mainleus und Hummeltal als Spieler und beim TSV 08 Kulmbach als Trainer aktiv. „Wir sind richtig gut gestartet – eigentlich wider Erwarten.“ Denn angesichts der Umstellungen hätte der Coach mehr Komplikationen erwartet. Die Änderungen seien „auch von Vereinsseite so gewollt: Harsdorf hat in den letzten drei Jahren versucht, aufzusteigen und hätte es von den Leuten her auch schaffen müssen“, erklärt Knop.
Die Viererkette funktioniert
Einen Grund, warum es nicht klappte, sieht er in den vielen Gegentoren. „Das war der erste Hebel, wo wir angesetzt haben.“ Mit einer Viererkette, die der neue Trainer einführte und die sich bewährt: Nachdem Harsdorf in den ersten drei Saisonspielen trotz zweier Siege elf (!) Gegentore hinnehmen musste, muss Torhüter Fabian Dörfler seit dem vierten Spieltag durchschnittlich 0,89-mal hinter sich greifen. „Ich bin ein bisschen verwundert, dass es so gut funktioniert“, freut sich Knop, „man muss der Mannschaft wirklich ein Kompliment machen.“
Ohne Druck zum Erfolg

Zudem ist der TSV nicht mehr selbsterklärter Favorit der Klasse. „Die Harsdorfer haben sich keinen Gefallen damit getan, das so offen zu kommunizieren: Wir wollen Meister werden. Das hat die Jungs auch unter Druck gesetzt“, sagt der Coach ganz deutlich. „Das haben wir bewusst anders gemacht.“ Damit wolle man auch jungen Spielern die Chance geben, sich in der ersten Mannschaft zu beweisen – ohne Druck. Dass die Favoritenrolle nun dem ATS Kulmbach oder TDC Lindau zufiel, nahm man beim TSV also gelassen bis zufrieden hin. Das Harsdorfer Konzept ziele „eher auf nächste oder übernächste Saison“.
Dennoch verfügt der TSV bekanntermaßen über eine Reihe erfahrener Akteure. „Davon profitieren wir natürlich schon“, sagt Knop. In der vereinsinternen Torjägerliste stehen, beinahe schon wie gewohnt, die Namen Scharnagel oder Götschel hoch im Kurs. „Andererseits gibt es die Gefahr, dass die es alleine reißen wollen. Wir sind dabei, junge Spieler drumherum zu bauen. Für mich ist es wichtiger, dass sie sich in mein System einbinden lassen.“ Das funktioniere derzeit sehr gut und sei „sicherlich ein Grund, warum wir so gut dastehen“.
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