Denn mit dem FC Marktleugast hatte die Liga am 27. Spieltag ihren souveränen und verdienten Meister gefunden. Der war im April auch am wohl größten Sportgerichts-Aufreger der Saison beteiligt: Weil die Hollfelder Landesligareserve im Spiel gegen Marktleugast einen gesperrten Akteur einsetzte, wandelten die Richter den 4:1-Sieg des ASV in eine X:0-Wertung für den späteren Meister um. Damit hatte Marktleugast das Sechs-Punkte-Duell gegen den Aufstiegskonkurrenten nachträglich gewonnen.
Die Favoriten straucheln
Der Meister bringt es damit auf 14 Siege in Serie, die ihm den Titel bescherten. Doch nicht immer zeigte sich der Absteiger so souverän, Ende August befanden sich die Marktleugaster in einer sportlichen Krise. Etwas enttäuschend verlief das Spieljahr für den TSV Harsdorf und den ASV Marktschorgast, die im Vorfeld der Saison immer wieder als Aufstiegsfavoriten gehandelt wurden. Beide befanden sich nie in Gefahr, vollends abzurutschen, mussten ihre Ambitionen nach oben aber früh begraben – etwa, weil sich Leistungsträger verletzten. Punktverluste gegen vermeintlich „Kleine“ zeigten aber auch, wie leistungsdicht die Kreisklasse 2010/11 war.

Konstant zeigte sich unter den Verfolgern vor allem der FC Neuenmarkt, der die Saison als zweitbeste Heimmannschaft (hinter Meister Marktleugast) auf Platz drei abschloss und gegen den Marktleugast in zwei Spielen vier Punkte holte. Auf Rang vier folgt mit dem FC Kirchleus das zweitbeste Auswärtsteam - wieder hinter dem Meister. Die Lerner-Truppe wollte eigentlich nur möglichst schnell den Klassenerhalt klar machen, siegte dann aber dank ihrer überragenden Offensivabteilung einfach weiter. Überhaupt fällt auf, dass sich in der ersten Tabellenhälfte viele Mannschaften tummeln, deren Qualitäten besonders in spielerischer Stärke und offensiver Ausrichtung liegen.
Ludwigschorgast rutscht ab
Im Keller zeichnete sich bereits früh ab, welche Mannschaften in den Abstiegsstrudel gerissen werden würden. Nun müssen genau jene Mannschaften absteigen, die bereits im November die letzten drei Plätze belegten. Kreisliga-Absteiger VfR Neuensorg erwischte es besonders übel, für den Tabellenletzten geht es nun direkt in die A-Klasse. Den Vorletzten aus Peesten verließen in der Winterpause gleich sechs Spieler – davon erholte sich der SSV nicht mehr.

Am längsten wahrte der SV Motschenbach seine Chance auf die Relegation. Gerade im April wurde es zwischen Platz zehn und 14 noch einmal richtig spannend. Den Relegationsplatz belegte schließlich ein anderer: Mit dem FC Ludwigschorgast schlitterte ein Verein in die Krise, der nach der Hinrunde noch solider Zehnter war. Nach nur neun Punkten in der Rückrunde musste der FC in die Abstiegsrelegation – und verlor dort gleich das erste Spiel. Nach einer bitteren 8:9-Niederlage im Elfmeterschießen gegen die SpVgg Goldkronach waren die Ludwigschorgaster abgestiegen.
Kupferberg überrascht
Die Überraschung der Saison gelang dem FC Kupferberg: Die junge Mannschaft von Trainer Arno Bauerschmitt stahl der Konkurrenz vor allem in der Hinrunde die Schau. Anfangs unterschätzt setzte sich Kupferberg an der Spitze fest, blieb lange Tabellenführer. Zwar musste man den Platz an der Sonne räumen, doch sicherte sich der FC letztlich souverän den Relegationsplatz. Vor fast 900 Zuschauern machte Kupferberg am Pfingstmontag den Aufstieg in die Kreisliga klar – beide Tore beim 2:0 über Stechendorf erzielte Torschützenkönig Alexander Schuberth.
Die Top-11 des Jahres
Hier die von den Trainern bestimmte Topformation der Saison.

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