Sonntag, 20. Mai, 2012
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Fussball Kartenfestival in Bad Berneck (2. Mannschaft)

Kartenfestival in Bad Berneck (2. Mannschaft)

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Das hat der TSV Bad Berneck im Bad Bernecker Stadtanzeiger veröffentlicht. Meiner Meinung nach hat der Berichterstatter wohl einiges ganz extrem mit der Vereinsbrille gesehen.

 

Kartenfestival und der Herr der Ringe

 

Den Zuschauern, die erst zum Spiel der ersten Mannschaft kamen und die letzten Minuten der Partie der „Zweiten“ noch verfolgen konnten, bot sich ein seltsames Bild. Da kickten lediglich fünf Bad Bernecker gegen acht Harsdorfer Feldspieler, ergänzt jeweils von einem Torwart.

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Rudelbildung in der 85. Minute.

Aber der Reihe nach: In der ersten Hälfte hatten die Kurstädter die Partie von Beginn an gut im Griff, erspielten sich eine Menge klarer Chancen und gingen nach einem Elfmetertor von Aytac Kurt (nach Foul an Wolfgang Marchner) mit 1:0 in die Pause. In der zweiten Hälfte ließ der Druck der Gastgeber nach und Harsdorf kam etwas besser ins Spiel, ohne aber zwingend zu agieren.

Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Das Unheil begann in der 60. Minute mit einer Ampelkarte gegen Aytac Kurt wegen wiederholtem Foulspiel, nur fünf Minuten später musste auch Rainer Linhardt nach einer harmlosen Aktion ebenfalls mit Gelb-Rot vom Platz. Es schien, als hätte Schiedsrichter Thomas Moreth vom ASV Oberpreuschwitz nun Lust am Nesteln an seiner eigenen Gesäß- und Brusttasche bekommen. Inspiriert wurde der Mann in gelb auch durch die Gäste, die mit vielen Nicklichkeiten zusätzlich Gift in ein bis dahin eher harmloses Spiel brachten. Mit Glück, Geschick und einem sicheren Torwart Fabian Pittroff hielten die dezimierten Einheimischen aber ihren Kasten sauber.

 

Dann kam die ominöse 85. Minute. Ein Gästeverteidiger holte den Bad Bernecker Sturmführer Karol Wierczanowski mit einem Horrorfoul Marke Norbert Siegmann gegen Ewald Lienen von den Beinen… und nun gab es kein Halten mehr. Die Mitspieler des gefoulten bedrängten den Täter, dessen Mannschaftskollegen schützten ihn. Einige Heißsporne in beiden Teams schossen dabei weit über das Ziel hinaus und am Ende der Szene zeigte der Schiedsrichter vier Mal den Roten Karton. Neben dem Platzverweis für das rüde Foul erwischte es auf Harsdorfer Seite einen weiteren Akteur, auf Seiten der Kurstädter wurden Raimund Schaller und Nino Richter vorzeitig zum Duschen geschickt.

Ach ja, das kleine Häufchen Übriggebliebener brachte mit großem Kampf den 1:0-Sieg über die Zeit. Bei Bad Berneck ragten Marchner und Pittroff heraus.

Kuriosität am Rande: Der Bad Bernecker Spielertrainer Peter Schmidt wurde vom Schiedsrichter in der zweiten Hälfte vom Platz geschickt, weil diesem aufgefallen war, dass Schmidt noch seinen Ehering trug. Da dies nicht erlaubt ist, versuchte der TSV-Coach, den Ring abzumachen. Dieser wollte aber nicht vom Finger, wie es sich für einen guten Ehering auch gehört. Also wurde der Ring mit Pflaster abgeklebt. Und weiter sollte es gehen. Aber der Schiedsrichter verbot auch dies und ließ Schmidt nicht mehr auf den Platz, was dazu führte, dass die ohnehin durch vier Platzverweise dezimierten Einheimischen die Schlussminuten nur mit fünf Feldspielern überstehen mussten. Sicherlich ein Spiel, dass in die Annalen der hiesigen Fußballhistorie eingehen wird.

Von Rainer Völkl

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