BFV-Präsident Dr. Rainer Koch und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann haben auf einer Pressekonferenz im Bayerischen Staatsministerium des Inneren ihre Zusammenarbeit für die Gewährung der Sicherheit bei Spielen in Bayerns Stadien bekräftigt.
In seinem Vortrag unterstrich Koch, dass sowohl der Bayerische Fußball-Verband (BFV) als auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) im Kampf gegen Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit bei Fußballspielen eine Null-Toleranz-Politik verfolgen. Die Kooperation zwischen dem BFV, der Bayerischen Polizei, den Sicherheitsbehörden und den Vereinen Bayerns bezeichnete er als "unerlässlichen Schulterschluss zur Wahrung der friedensstiftenden Werte des Fußballsports für das gesellschaftliche Leben in Bayern".
Gleichzeitig wies der BFV-Präsident darauf hin, dass mit der Spielklassenreform die Verantwortung und Organisationszuständigkeit für die Regionalliga vom DFB auf den BFV übergeht, denn Bayern bekommt ab der Saison 2012/2013 eine eigene Regionalliga. Dadurch würden sich umfangreiche, vielfältige und zum Teil neue Aufgaben für den Freistaat Bayern, den BFV, die bayerischen Amateurspitzenvereine und die Kommunen ergeben, um eine reibungslose Organisation des Spielbetriebs zu gewährleisten. Der BFV hat deshalb bereits eine "Steuerungsgruppe Regionalliga" eingesetzt, die sich intensiv auch mit Sicherheitsfragen beschäftigt.
"Wichtig ist, dass wir nicht generell für jedes Spiel die gleichen Höchstanforderungen stellen, denn auch wir wissen: Private Sicherheitsdienste kosten viel Geld, Kosten von bis zu 3000 Euro pro Spiel können die Vereine über eine ganze Saison hinweg nicht stemmen. Deshalb wollen wir gemeinsam, das heißt in Abstimmung mit der Polizei und dem Bayerischen Innenministerium, individuelle Konzepte erarbeiten, um die 4. Liga sicher, aber für die Vereine auch so kostengünstig wie möglich zu organisieren", erklärte Koch.
Außerdem hob er die zentrale Bedeutung der Fanprojekte hervor, die mit dem Schwerpunkt der Prävention gegen Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit einen wertvollen Beitrag zur Sicherung des Fanfriedens in den Stadien leisten. Der BFV-Präsident lobte vor allem die Arbeit des Fanprojekts München, dass unter der Leitung von Günter Krause, seit Jahren vorbildliche integrative Arbeit zwischen den Fans des FC Bayern und des TSV 1860 München leistet und die Fans auch bei Auswärtsfahrten betreut.
Innenminister Joachim Herrmann erinnerte ebenso wie BFV-Präsident Dr. Koch an die bereits 2007 mit dem Bayerischen Fußball-Verband geschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Sicherheit bei Sportveranstaltungen in der Bayernliga und den Landesligen. "Genauso wichtig wie der Austausch auf Bundesebene sehe ich die enge Zusammenarbeit auf Landesebene. Gerade der Bayerische Fußball-Verband wirkt bei den Vereinen gezielt darauf hin, dass Fußballrowdies keinen Freiraum bekommen", lobte der Innenminister. In der abgelaufenen Bayernliga-Saison war es zu lediglich neun Sportgerichtsurteilen aufgrund von Verletzungen der Platzdisziplin gekommen. Mit Blick auf den Profifußball in Bayern stellte Herrmann ebenfalls eine positive Tendenz fest, so gingen die Festnahmen in der letzten Spielzeit von 792 auf 485 zurück. "Unsere Maßnahmen und gemeinsamen Anstrengungen greifen. Unser gemeinsames Ziel muss sein, dass es weder vor noch während noch nach Spielen Ärger gibt", so der Innenminister.
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