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Aus dem Auto und ab auf das Feld

Beitrag vom 06.05.2015
Baggio Moreth und die Rückkehr
Aus dem Auto und ab aufs Feld
von Andreas Bär
Manchmal können Heimaturlaube überraschende Wendungen und viele Schmerzen nach sich ziehen. Frag nach bei Dominik Moreth vom TSV Harsdorf. Der inzwischen in Frankfurt arbeitenden 25jährige weilte am vorletzten Wochenende in der Heimat. Ein für ihn kurioses Wochenende. Unvermittelt stand er bei der 0:5-Packung gegen den FC Kupferberg überraschend auf dem Feld.
"Eigentlich habe ich Scharni nur eine SMS geschrieben und aus Jux einen Heimsieg angefordert" erzählt er - die Antwort von Ingo Scharnagel, Trainer in Harsdorf lautete kurz und bündig: "Bring deine Schuhe mit." . Einige Kurzmitteilungen später war klar: Obwohl er seine Fußballtasche daheim in Frankfurt hatte, musste er aufgrund der personellen Sorgen bei seinem letzten Club aushelfen. Und wie es oft so läuft, stand er nach 19 Minuten auch noch auf dem Feld. "Spontaner geht es nicht mehr" schmunzelt "Baggio" Moreth rückblickend. Um halb zwei schon war er auf dem Weg in seine alte fußballerische Heimat, eineinhalb Stunden später stand er auf dem Platz. "Mir hat alles wehgetan" lacht er über die grenzwertige Erfahrung "habe am nächsten Tag meine Beine nicht mehr gespürt und auf dem Feld gehechelt wie ein Hund." Immerhin: Der seit er vor gut einem Jahr beruflich nach Frankfurt zog nahezu ohne Training auskommende Moreth hatte am nächsten Tag frei und Zeit, sich auszukurieren. "Das war schon heftig" lacht er. Und kann seiner durchaus bemerkenswerten, von Verletzungen gezeichneten Karriere eine weitere wertvolle Anekdote hinzufügen. Am Rande bemerkt: Er blieb verletzungsfrei. Was in seiner Laufbahn alles andere als selbstverständlich war....

So kennt man ihn von früher: Dominik Moreth.
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Die nahm früh Fahrt auf. In seinem Heimatort Nemmersdorf begann er einst mit dem Kicken. In der damals noch eigenständigen Jugend des ASV spielte er unter Frank Hieckmann und dem aktuellen Goldkronacher Spielleiter Peter Pitroff in der D-Schüler. "Die zwei waren klasse" erinnert er sich "haben schon in so früher Zeit mit Viererkette spielen lassen und sind fußballerisch immer mit der Zeit gegangen." Und er und seine Teamkollegen waren welche, die sich durchaus auch qualitativ dazu haben brauchen lassen. Dominik Hofmann, späterer Bayernligakicker beim FC Unterföhring, wechselt schon ein Jahr vor weiteren Kickern zur SpVgg Bayreuth. Moreth, Felix Göbel und Joshua Opel zogen nach und veränderten sich in der C-Jugend zum BSC Saas Bayreuth. "Eine geile Zeit" erinnert sich Moreth. An der Seite von Keeper Patrick Pohl, Ali Schechallah, Alexander Röbel und Milovan Glumac klopfte er mit den Saasern ans Tor zur Bayernliga, scheiterte in der Relegation erst am SSV Jahn Regensburg. "Er war einer der besten Trainer, hat leider immer unter seinem Niveau trainiert" adelt der heutige Frankfurter Klaus Müller, der einst für die Saaser Jugend verantwortlich zeichnete und ihn später auch noch nach Mistelbach locken wollte. Im Seniorenbereich begann für Moreth dann eine kleine Odysee - zumeist verbunden mit der Rubrik "Pleiten, Pech und Pannen". Kaum eine Verletzung, die er nicht anzog. Dem Schreiber dieser Zeilen sind Facebook-Bilder von tiefblauen Beinen, einem gebrochenem Nasenbein (übrigens fotografisch in der Bildergalerie dokumentiert!) und anderen seltsamen Leiden bekannt - die er dem Leser hier besser vorenthält. Über die Saas, mit deren Reserve er den Aufstieg aus der Kreisklasse in die Kreisliga feierte, ging es zum ASV Pegnitz, von dort aus zur Altstädter Reserve. Am Ende landete er dann beim TSV Harsdorf. Für den er letzte Woche ein furioses Comeback feierte.

Auch Laufduelle, wie hier gegen Ramsenthals Routinier Dieter Löw, geht Moreth immer wieder ein.
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Priorität hat bei dem Offensivmann die Arbeit. Vor gut einem Jahr zog es ihn nach Frankfurt. Am Flughafen ist er dort in der Personen- und Gepäckkontrolle tätig. Im VIP-Bereich. Nicht der schlechteste Job. Alles vier bis sechs Wochen zieht es ihn in die Heimat. "Die alten Kumpels treffen" grinst er schelmisch. Vor allem die beiden Altstädter Philipp Hannemann und Nikolai Bär in ihrer gefürchteten Sport-WG sind da erster Anlaufpunkt. Und natürlich die Familie in Nemmersdorf. Und der Fußballplatz. "Am Wochenende bin ich wahrscheinlich wieder da" grinst er. Eigentlich wegen dem Weißbierfest. Gut möglich, dass er am Sonntag dann auch wieder auf dem Feld steht. Es wäre irgendwie typisch für ihn.





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