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Anpfiff-Berichte

Beitrag vom 06.02.2015

Harsdorfer weiter zurückhaltend

Ingo Scharnagel: "Aufstieg für uns kein Thema"

von Thomas Nietner
Nachdem langjährige Leistungsträger wie Sebastian Dötsch, Marco Götschel und Ilyas Wille im Sommer den Verein verlassen hatten, musste der TSV Harsdorf eine schwierige Saison befürchten. Doch der Vorjahresdritte konnte die Abgänge erstaunlich gut kompensieren und hat als Tabellenfünfter sogar Tuchfühlung auf den Relegationsrang. Dieser ist jedoch für TSV-Spielertrainer Ingo Scharnagel allerdings aktuell kein Thema.
"Der Aufstieg käme für uns wohl noch zu früh! Deswegen ist das für mich und den Verein aktuell kein Thema", weist der Harsdorfer Spielertrainer Ingo Scharnagel weiter alle Aufstiegsambitionen von sich. Dabei beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz gerade einmal sechs Punkte. Eine eigentlich machbare Sache. Die jedoch den jungen Coach dennoch nicht weiter beschäftigt: "Klar, wollen wir immer gewinnen und die Jungs müssen ja auch einen Anreiz haben, aber für ganz oben sind wir noch zu unerfahren." Denn bis auf den 34-jährigen Spielertrainer und Verteidiger Dirk Wesser (35) sind nach dem Abgang der langjährigen Stützen Dötsch, Götschel und Wille nicht mehr viele Routiniers übrig geblieben. Das Durchschnittsalter im Kader pendelt um die 22 bis 23 Jahre. Von daher ist man mit dem bisherigen Abschneiden mehr als zufrieden. Schließlich galt es vor Saisonbeginn erst einmal, die Abgänge zu kompensieren und eine neue Mannschaft aufzubauen. Dies ist dem Trainer und seiner Mannschaft bislang mit viel Teamgeist sehr gut gelungen.
Oft in der Defensive benötigt, in der Offensive aber nicht zu ersetzen: Ingo Scharnagel (re.)
Anfällige Defensive

Mit einem guten Saisonstart im Rücken konnte man bis zur Winterpause den Abstand auf die Abstiegsränge bereits auf elf Punkte ausbauen. Ein vermeintlich sicheres Polster, auch wenn der ehemalige Goldkronacher Torjäger weiter warnt: "Es ist noch alles eng zusammen!" Dafür müsste in der Rückrunde aber schon noch einiges schief gehen, sollten die Harsdorfer noch einmal in Abstiegsgefahr geraten. Eigentlich kaum vorstellbar. Wobei der eine oder andere Statistikwert natürlich auch dem frisch gebackenen Vater etwas Sorge bereitet. Denn mit 44 Gegentoren entpuppen sich die Harsdorfer überraschenderweise als drittanfälligste Defensive. Gerade unmittelbar vor und nach der Halbzeitpause zeigt sich die TSV-Defensive bislang besonders anfällig. 19 Mal musste man zwischen der 30 und 60 Spielminute einen Gegentreffer hinnehmen. Umso erstaunlicher vor dem Hintergrund, dass der Spielertrainer oftmals als Innenverteidiger höchstpersönlich in der Abwehr aushalf. Ein Umstand, den Ingo Scharnagel wie folgt erklärt: "Wir musste anfangs verletzungsbedingt viel in der Abwehr umstellen. Auch Stammkeeper Patrick Klier fiel im ersten Saisondrittel aus. Wobei unser Torwartroutinier Marc Amell da sicherlich keine Schuld trifft. Er hat seine Sache immer gut gemacht. Jetzt merken wir halt erst, welche Lücke Ilyas Wille offenbar in der Abwehr hinterlassen hat!" Von daher wird das Hauptaugenmerk in der Vorbereitung verstärkt auf der Abwehrarbeit liegen. Je nach dem vorhandenen Spielermaterial wird Scharnagel dabei zwischen Raum- und Manndeckung variieren. Angesichts der dünnen Personaldecke im hinteren Bereich allerdings bislang meist mehr ein Wunschdenken, so dass der Spielertrainer, der sich selbst eher im zentralen Mittelfeld sieht, in der Hinrunde oftmals schon als Verteidiger aushelfen musste.
Einer der wenig verbliebenen erfahrenen Akteuren im Team: Dirk Wesser (li.)

Knipser fehlt

Dabei wird auch vor dem gegnerischen Tor dringend seine Abschlussstärkte benötigt. Mit zehn Treffern ist er aktuell trotz seiner vielen Einsätze als Verteidiger interner Torschützenkönig. "Es gab schon Stimmen, die sagen, dass es nicht schlecht wäre, wenn man mich teilen könnte", weiß Scharnagel auch um die Abhängigkeit des Angriffsspiels von seiner Person: "Ich werde auch oft von den jungen Spielern gesucht." Denn es fehlt eben der klassische Knipser im Team, das sich traditionell eher angriffslustig zeigt. Dass erklärt auch die bisherigen Ergebnisse, bei denen das Motto stets "hop oder top" lautete. In den letzten beiden Spielzeiten stehen lediglich drei Unentschieden zu Buche, in der aktuellen Saison noch kein einziges. "Das entspricht auch irgendwie unserer Philosophie. Lieber gewinnen wir mal ein Spiel mehr, bevor wir zwei Mal Remis spielen", sieht der TSV-Toptorschütze hierin die Ursache für die stete Unkonstanz in den Ergebnissen. Bislang wechseln sich dabei Sieg und Niederlage in steter Regelmäßigkeit ab. Eine richtige Serie konnte der TSV bislang noch nicht starten. Einer, der hierbei vielleicht Abhilfe schaffen könnte, wäre Neuzugang Dominik Lang. Ein bislang unbeschriebenes Blatt in der Region, das in der Winterpause aus dem Schweinfurter Raum bei den Rot-Weißen landete. "Er macht bislang einen guten Eindruck in den Trainingseinheiten", stellt der Spielertrainer dem Neuling ein gutes Zwischenzeugnis aus. Viel Zeit, das Visier scharf zu stellen, bleibt allerdings nicht. Das Auftaktprogramm hat es gleich in sich: Nach dem stets heiß umkämpften Nachbarschaftsderby gegen Ramsenthal wartet bereits Spitzenreiter Stadtsteinach auf die Scharnagel-Elf. Nach der in der Hinrunde gezeigten Leistungen muss sich der TSV aber nicht einmal beim Tabellenführer verstecken!




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